| Annette v. Czarnowski
M.A. Kunsthistorikerin und Online-Redakteurin @ |
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Journalistische Texte Veröffentlicht in der Künstlerzeitschrift "atelier" im März/April 2000Präsentationsmöglichkeiten für KünstlerInnen im Internet - Teil 2 In Heft 105 wurden bereits einige Internet-Plattformen für Künstler/innen vorgestellt und besprochen. Die markantesten "Pferdefüße" dieser Online-Galerien wie überhöhte Preise, zweifelhafte Qualität der angebotenen Werke oder unprofessionelle Gestaltung sind dort bereits genannt worden. Bei weiterer Recherche war die Ausbeute an empfehlenswerten Plattformen, auf denen Künstler ohne eigene Homepage ihre Vita und ihre Werke präsentieren können, ebenfalls recht mager. Als immerhin bedingt zu empfehlendes Angebot ist meines Erachtens das von www.works-of-art.de zu nennen. Die beiden Betreiber der Website, Gunnar und Olaf Reitel, bieten dort für 30,- DM im Jahr die Möglichkeit, eigene Werke zu präsentieren. Alle Werke können beim Anklicken im Großformat betrachtet werden, Kontaktformulare zum Bestellen von Dias, Vergeben von Aufträgen oder Vereinbaren von Besichtigungsterminen stehen ebenfalls zur Verfügung. Bei einer Vermittlungsprovision von 25% pro verkauftem Werk (dies betrifft auch solche Verkäufe, die über einen durch "works-of-art" vermittelten Besichtigungstermin zustande kamen) unterscheidet sich das Angebot von works-of-art natürlich kaum von einem herkömmlichen Galerievertrag. Die Gestaltung überzeugt durch Übersichtlichkeit und Sachlichkeit, wobei etwas Bluff nicht fehlen darf: Beim Anklicken einer Abbildung mit der rechten Maustaste zwecks "Bilderklau" (dient zum Herunterladen oder schlicht zum Anzeigen einer Graphik) erscheint die Meldung "Nix da - Copyright bei works-of-art...", was letztendlich Augenwischerei ist, da von allen aufgerufenen Graphiken sowieso regelmäßig eine Kopie im Cache angelegt wird. Den (zu Recht um ihre Urheberrechte bangenden ) Ausstellenden wird hier also etwas suggeriert, was nicht erfüllt wird. Wer sich mit dem Medium nur ansatzweise auskennt, weiß, daß alles, was der Gemeinde der Websurfer/innen ausgeliefert wird, verloren ist. Präsentiert werden z.Zt. neun Künstler die ausschließlich malerisch arbeiten, womit diese Plattform leider unterbesetzt ist, was angesichts der insgesamt angenehmen und seriösen Aufmachung wiederum schade ist. Ein völlig anderes Spektrum an "Künstlern" findet sich unter http://www.dika.de Dieser - in eigenen Worten - "zentrale Marktplatz zur Kunst und Künstlerpräsentation" bietet nicht nur bildende Künstler, sondern auch Musiker, Literaten und Entertainer feil. Die Gestaltung ist populär, aber übersichtlich, die Hintergrundgraphik eher Geschmackssache. Umfassende Suchmöglichkeiten - nach Preis, Stil, Techniken und Wohnsitz kontrastieren mit einer insgesamt ebenfalls eher mageren Besetzung ( die Suche in allen Kategorien und Preisklassen ergab 51 Personen, für einen Katalog mit derartigem Anspruch also eher spärlich). Ob es schmeichelt oder eher als peinlich empfunden wird, in unmittelbarer Nachbarschaft mit dem populären Schlagersänger griechischer Herkunft präsentiert zu werden, bleibt den interessierten Künstler/innen dabei selbst überlassen. Den Kaufinteressierten bietet die Suchmaske mit ausführlichen Suchkriterien die Möglichkeit, sich KünstlerInnen und Werk "nach Maß" heraussuchen zu lassen, was, sofern es Preisklassen und Gattungen betrifft, sicher kundenfreundlich ist. Problematisch wird es dagegen, wenn die persönliche Vorliebe bezüglich des Grades an "Gegenständlichkeit" oder "Abstraktion" angegeben werden soll, um Werke herauszusuchen - wie mißt man derartige Kriterien ? Könnte man nicht ebenso die Anzahl abgebildeter röhrender Hirsche als Größe anführen ? Die präsentierten KünstlerInnen werden dadurch sehr offensichtlich in die Nähe von Kunstgewerbe und Dekoration gerückt was für diejenigen, die "höhere" Ansprüche verfolgen, bedeutet, sich in wenig elitäre oder prestigeträchtige Nachbarschaft zu begeben. Für Künstler/innen ohne eigene Homepage, die dies nicht stört, bietet das Basispaket dieser Online-Galerie mit Kosten von 29,90 DM im Monat dennoch eine finanzierbare Alternative. In einem Leserbrief in Atelier Nr. 107 wies Christian Rohrbeck auf das kostenlose Angebot seiner Internet-Galerie unter der Adresse www.artestudio.de hin. Leider erweist sich die Öffnung dieser Seite zumindest mit einem analogen 56er Modem als äußerst langwierig, was vermutlich auf mangelhafte Ausstattung des Providers sowie aufwendige Datenbankabfragen zurückzuführen ist. Mir gelang es kaum, auf eine der Unterseiten vorzudringen um einen detaillierteren Eindruck von den ausgestellten Werken zu bekommen, da die Ladezeiten der Übersichtsseite bereits viel Geduld erforderte. Mit einem ISDN-Anschluß lief das Öffnen allerdings problemlos. Ein Blick in den Quelltext ergab keinerlei Hinweise auf Meta-Tags, d.h. es existierten auch keine Keywords, was zwar für ein Finden der Seiten bei Suchmaschinen nicht unbedingt notwendig ist, aber dennoch keinen professionellen Eindruck macht. An der Gestaltung der Seiten sowie dem Aufbau insgesamt ist nichts auszusetzen, die Galerie ist übersichtlich und das Leistungsprofil - Präsentation mit Abbildungen, kurzer Vita und Presserezensionen dem von works-of-art vergleichbar, aber kostenlos. Hier bleibt noch anzumerken, daß die meisten der für Künstler kostenlosen Internetgalerien, die getestet und für an dieser Stelle nicht besprechungswürdig befunden wurden, eher Kunstgewerbe oder (teilweise nachdrücklich) Amateurkünstler im Angebot führen. Mit Verweis auf das Plädoyer für die eigene Homepage, das Bence Fritzsche schon in Heft 107 gehalten hat, sei deshalb hier mit www.kunstagent.de noch eine thematische Suchmaschine erwähnt. Der Eintrag mit Homepage-Link, E-Mail und Stichworten ist für Künstler kostenlos und die Suchmöglichkeiten vielfältig. Profan und pragmatisch ist es von hier aus nur noch ein kleiner Schritt, auf die Möglichkeiten elektronischer Branchenbücher im Internet hinzuweisen. Eine Übersicht über sowie Links zu Internet-Branchenbüchern ist unter www.branchenbuch.de zu finden. Die herkömmlichen Suchmaschinen bieten derartigen Service ohnehin durchweg an. Das Branchenbuch www.flix.de z.B. (als Eines unter Vielen) bietet z.B. Künstlern - wie allen anderen Gewerbetreibenden auch - kostenlose Homepage - Links sowie die üblichen Adreßeinträge. Die Suche bei www.flix.de unter dem Stichwort "Künstler" ergab immerhin 428 Einträge bundesweit. Es mag manch einem/einer erniedrigend erscheinen, im Branchenverzeichnis direkt unter Kaminkehrern, Kohlenhandlungen und Kunstschreinern aufzutauchen, aber - siehe Costa Cordalis - auf den Künstlerplattformen ist man, wie o.g. Beispiele zeigen, auch nicht davor gefeit, mit Zeitgenossen, die man sich sonst nicht aussuchen würde den Datenpool zu teilen.
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